Verliebt in die Schweinebacke vom Markt

München.de fragt die ansässigen Blogger nach ihren „Münchner Momenten“ und wir antworten mit unserem Lieblingsplatz, dem Viktualienmarkt. Wenn ihr mit unserem Rundgang über den Markt fertig seid, dann schaut auch mal bei der Blogparade vorbei, es lohnt sich!

„Immer der Nase nach“ heißt die Devise auf dem Viktualienmarkt. Die meisten Besucher betreten ihn von Osten über den Marienplatz. Meist vom Hunger geleitet, der sie zu den Metzgern führt, die ihre Geschäfte in den Gewölben gegenüber vom Markt haben. Der Duft nach frischem warmen Leberkäs oder den immer beliebten Fleischpflanzerln in der Semmel versammelt regelmäßig Scharen von Hungrigen. Neben den „must-haves“ hat jeder Metzger seinen Spezialbereich. Der eine bietet fränkische Würste, der andere ungarische; einer bietet frische Innereien in bester Qualität und wieder ein anderer räuchert selber. Wer Wert auf Vielfalt, Qualität, Regionalität und Handarbeit legt, für den lohnt sich er der Weg allemal.

Nun gut, nach Markt sehen diese Metzger nicht aus. Vertraut man seiner Nase, die einen in würzigere Gefilde führt, findet man die etwas spezielleren Metzgereien und Imbisse, die aus Tradition Wild- und Pferdefleischprodukte anbieten. Während man sich noch überlegt, doch mal eine der verführerisch duftenden Pferdelandjäger zu kaufen, riecht man eine altbekannte Kombination: Frisch gezapftes Bier und deftige, bayrische Spezialitäten zeichnen den Biergarten aus, der unter hohen Bäumen öfter Münchner als Touristen anzieht.

Den vegetarischen Nasen raten wir, lieber von Westen anzufangen. Saisonal bedingt riecht es nach Mandarinen und Orangen und das Auge weiss gar nicht, wo anfangen bei all den bunten Farben. Um sich zu erden sollte man den nordwestlichen Saftstand ansteuern, der vielleicht keine besseren Säfte als die anderen hat, aber den besten Ort. Mit Abstand am ruhigsten ist es in diesem kleinen Hof, den sich nur ein paar regionale Anbieter teilen. Ein Stand von der Gemüseinsel Reichenau ist auch dabei. Alle Säfte sind frisch gepresst, auch auf persönlichen Wunsch, sind geschmacklich aussergewöhnlich gut und revitalisieren besser als jeder Energydrink. Wer drauf steht, kann sich dort auch verschiedene Grüne Smoothies oder einen Gemüsecocktail bestellen. Und wer, wie ich, eine Entscheidungsschwäche hat, nimmt das Tagesangebot (0,4 für 3,30€), im Winter ist jetzt ein Schuss heisser Holunder im Preis inbegriffen.

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Die Energie der Natur sollte man auch mitnehmen, denn die echten Spezialitäten versteckt der Markt noch. So ist direkt neben dem Obst- und Gemüsestand mit Saft ein spanischer und ein italienischer Spezialitätenhandel. Dort findet ihr alles, was das deutsche Touristenherz in der Heimat vermisst. So wie die essentielle Zutat für eine originale Carbonara, echte luftgetrocknete Schweinebacke. Geht man Richtung Süden, am Nordsee, dem Schandfleck des Marktes, vorbei, landet man in der Welt der Reichen und Schönen, die sich bei frischen Austern und Hummer und einem Weißwein sozialisieren. Aber keine Angst, wer 2,50€ für ein Fischbrötchen und ugf. 4€ für einen guten Wein hat, ist dabei. Echtes Highlight ist auch die Bouillabaisse des Fischhandels/Bistros Poseidon, wie in Frankreich!

Die letzte Ecke des Viktualienmarktes im Süden ist Heimat des Exoten Müllers, was so plausibel klingt wie der Wechsel von Thomas Müller zum FC Barcelona. Ganz im Ernst, wer es schafft alle Früchte, die dort ausgelegt sind zu benennen, studiert entweder Biologie oder hat geschummelt. Dort sind Rambutans und Pitahayas Schnee von gestern und wer richtig klugscheißen will, kauft die Zutaten für einen Nobel-Fruchtsalat dort.

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Am Rand des Marktes sollte man seinen Hunger bei Luiginos Sandwiches stillen. Dort kann man zwischen gewaltigen Käselaiben die mit Abstand besten Sandwiches in München essen. Die Kombinationen reichen von Tomate-Mozzarella bis hin zu Wildschweinsalamie-Brie und sind allesamt aromatisch und stillen jeden Hunger. Der Trick ist die Sandwichpresse, die der einzig wahre Weg zum knusprigen, warmen und flachen Sandwich ist.

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Kurz bevor man geht sollte man sich noch Oliven und Antipasti an einem der beiden großen Stände dafür mitnehmen, der eine eher türkisch, der andere eher italienisch. Jeder Fan von Oliven mit Knoblauch gefüllt wird dort sein Glück finden.

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Wer in München ist und sich wirklich für gute und vielfältige Produkte interessiert, sollte eine ausgelassene Runde über den Markt drehen. Wer genug Zeit mitbringt, erlebt viele unbekannte Spezialitäten und lernt viel Neues über bekannte Köstlichkeiten. Für uns gehört der wöchentliche Gang auf dem Markt zum Leben in München dazu, wie das Feierabendbier und die Parkplatznot.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Milena sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag – jetzt habe ich Lust auf ein Ziegenkäse-Rukola-Sandwich 😛

    Mein Lieblingsstand auf dem Viktualienmarkt: http://muctogo.de/viktualienmarkt-mercado-latino/

    Viele Grüße
    Milena

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    1. Sue sagt:

      Hi Milena,
      Vielen Dank 🙂 der mercado latino hört sich richtig gut an! Da müssen wir auf alle Fälle bei unserem nächsten Viktualienmarktbesuch auf einen Mate Latte hin.
      Viele Grüße,
      Flo & Sue

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