
Ja, ich weiß. Es gibt bereits einen Tiramisu-Beitrag von mir, von vor seehehr langer Zeit. Und ich weiß nicht wieso, aber scheinbar gelingt mir das alte Rezept nur, wenn Mond, Sonne und Merkur in einer günstigen Konstellation stehen, das aktuelle Datum nicht durch 3 teilbar ist und Dortmund gerade kein Spiel verloren hat. Deshalb habe ich mich nochmals in die Untiefen des Internets gestürzt und aus mehreren mäßig zufriedenstellenden Rezepten endlich ein idiotensicheres kreiert – fest versprochen!
Das Problem war bei mir nämlich, dass es eher eine Tiramisu-Suppe wurde, anstatt eines schnittfesten und ansehnlichen, wohlportionierbaren Türmchens. Genau genommen war es dann auch eher das Gegenteil eines „Tirami su“s (Zieh mich noch), nämlich ein „Vai sotto“ (Geh unter!). Lange Rede kurz: Nachdem ich meine Suppe ausgelöffelt habe, findet ihr hier besagtes idiotensicheres Rezept (ich weiß ich sage das häufig, aber ich finde es ist einfach nötig einem Rezept blind vertrauen zu können und eben nicht auf die passenden kosmischen Konstellationen angewiesen zu sein) für das leckerste Tiramisu, das zumindest meine Mitesserinnen und Mitesser jemals gegessen haben (laut eigenen Angaben ;-))
Für 4 Personen braucht ihr:
- 200 – 300g Löffelbiskuits (kommt ein bisschen auf eure Form an und darauf, wie teigig ihr es mögt)
- 500g Mascarpone
- 100g Puderzucker
- 4 sehr frische Bio-Eier (4 Eigelb + 2 Eiweiß)
- 150ml Espresso
- 25ml Amaretto (kann man aus Gründen auch weglassen, dann vllt. einfach mehr Espresso oder mit etwas Wasser strecken)
- Backkakaopulver zum Garnieren
Zuerst bereitet ihr euren Espresso zu und gebt ihn zusammen mit dem Amaretto in einen Suppenteller.
Dann trennt ihr die Eier. Die 4 Eigelbe kommen in eine große Rührschüssel, die beiden Eiweiß in ein hohes Gefäß und die übrigen zwei Eiweiß werden entweder ein köstliches Eiweißomlett oder bis zur Kokosmakronenzeit eingefroren.
Schlagt nun die Eigelbe zusammen mit dem Puderzucker dick cremig auf und hebt dann die Mascarpone vorsichtig (!) unter. Vorsichtig ist hier wirklich wichtig, denn wenn ihr das beispielsweise von der Küchenmaschine erledigen lasst, könnte sich das Ganze trotz Idiotensicherheitsgarantie unangenehm verflüssigen. Ich nehme dazu einen großen Schneebesen und rühre zügig und mit leichtem Druck, schlage die Masse aber nicht. Es sollten gerade so die Klümpchen verschwunden sein.
Zum Schluss wird das Eiweiß (gerne eine Prise Salz mit rein) noch steif geschlagen und ebenfalls behutsam untergehoben. Schon geht’s an’s Schichten!
Tunkt dafür jeden Löffelbiskuit von beiden Seiten kurz in die Espresso-Amaretto-Brühe und legt sie auf den Boden einer Auflaufform oder einer sonstigen schönen rechteckigen Form, die ihr zuvor dünn mit der Mascarpone-Creme ausgekleidet habt. Darauf kommt eine nach Augenmaß bestimmte Menge Mascarpone-Creme, die mit einem Küchenschaber glatt gestrichen wird. Beim Augenmaß ist die Menge an vorhandenem Biskuit entscheidend und die Tatsache wie hoch ihr stapeln wollt. Bei mir gibt es immer zwei Biskuit-Schichten. Dabei kann die Dicke der letzten Cremeschicht natürlich nach den vorhandenen Gegebenheiten variieren.
Ist alles fertig gestapelt, kommt das gute Stück nun eine ganze Weile lang in den Kühlschrank, gerne über Nacht. Erst wenn es mindestens 6 Stunden durchgezogen ist, wird der Biskuit wunderbar fluffig – zumindest bei mir. Wer es schneller verzehrfertig braucht, sollte evtl. über ein ausgiebigeres Espressobad nachdenken.
Erst kurz vor dem Servieren wird der Kakao durch ein feines Sieb auf das Tiramisu gegeben und alles fein säuberlich bedeckt. Beim Essen dann aufpassen, dass nicht im falschen Moment geatmet wird, man kennt das 🙂