Im Strudel des Bösen

ApfelstrudelWer denkt beim Thema Apfelstrudel nicht an Besuche bei der Großmutter, volle Bäuche und eine Zeit ohne Stress? Der Strudel ist dafür die perfekte Süßspeise. Das Zusammenspiel knuspriger Lagen Teig und der leicht säuerlichen Apfelfüllung, mit dem immens wichtigen Hauch Puderzucker und der Sahne, die alle Aromen wie durch ein Prisma verstärkt, fängt einen immer wieder watteweich auf. Kann es denn eine unschuldigere Sünde geben? Genau mit dieser Konnotation spielt Meister Tarantino in der Restaurant Szene von Inglourious Basterds, in der SS-Standartenführer Landa, Jahre nachdem er ihre Familie getötet hatte, auf die junge Shosanna trifft. Die Spannung, ob Christoph Waltz‘ Charakter die junge Jüdin wieder erkennt oder nicht, ist beinahe unerträglich und ständig sucht der Zuschauer nach Zeichen, die Aufschluss geben – und findet sie im Strudel. Landa weidet das zarte Gebäck beinahe aus, zerquetscht die knusprigen Lagen und wühlt sich durch die Füllung während die junge Frau vor Schreck nur einen hastigen Bissen zu sich nimmt. Eine unheimlich symbolgeladene Szene, meisterhaft gespielt und inszeniert. Wir nehmen allerdings nicht an, dass einer unserer LeserInnen Apfelstrudel backen möchte, um sich in die Situation versetzen zu können. Der Apfelstrudel wurde in dieser Szene gerade wegen seiner unschuldigen Süße eingesetzt, wegen der wir ihn lieben, während wir an unsere Großmütter denken. „Verdict?“

Apfelstrudel – Rezept

Für den Teig braucht ihr:
300g Mehl
1Ei
2 EL Öl
1/8l Wasser
1TL Salz
1EL Butter

Verquirlt alles bis auf das Mehl und die Butter gut miteinander und siebt dann das Mehl in die Masse ein. Der Teig wird so lange mit der Hand geknetet, bis er schön weich und elastisch wird. Legt den Teig danach in eine Schüssel und lasst ihn zugedeckt mindestens 30 Minuten ruhen. Sucht euch in der Zwischenzeit ein schönes großes sauberes Tuch, bemehlt es leicht und rollt danach den Teig so dünn wie möglich aus. Jetzt ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn ihr müsst nun mit euren Händen vorsichtig unter den Teig und ihn in leichten Kreisbewegungen über euren Fäusten langsam weiter auseinanderziehen. Seid dabei wirklich vorsichtig und nehmt euch genügend Zeit, sonst entstehen schnell Löcher. Man sagt der Teig ist perfekt, wenn man durch ihn hindurch eine Zeitung lesen kann. Danach wird der Teig mit der flüssigen Butter bestrichen und ihr könnt euch an die Füllung machen.

Wem das alles fürs erste aber zu anstrengend ist, kann auch gerne auf einen fertigen Strudelteig aus dem Kühlregal zurückgreifen. Die sind meist genauso gut und ersparen einem viel Arbeit und Nerven.

Für die Füllung braucht ihr:
1,5kg säuerliche Äpfel
Zitronensaft
50g Mandelblättchen
50g Semmelbrösel
50g Rumrosinen (ich mache gerne auch die ganze Packung rein ;-))
1TL Zimt
2TL Zucker
2EL Butter
1 Eigelb

Schält die Äpfel, viertelt sie und schneidet sie in hauchdünne Scheiben. Zwischendurch immer wieder (sparsam!) mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Die Mandeln, Semmelbrösel, Rumrosinen, Zimt und Zucker vorsichtig mit den Äpfeln vermengen, und gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Nun kommt der etwas schwierigere Teil: ihr müsst das Tuch, auf dem euer Strudelteig liegt, an einer Seite fest mit beiden Händen an den Enden halten und mit leichtem Schwung den Teig einrollen. Damit alles gut zusammenhält könnt ihr nach jedem Mal rollen den Teig mit dem Tuch leicht zusammendrücken. Das wiederholt ihr so lange bis der Teig komplett aufgerollt ist. Je nach Vorliebe könnt ihr den Strudel nun zu einer Schnecke eindrehen oder in gleichgroße Stücke schneiden und auf ein Backblech legen. Schmelzt nun die Butter und rührt das Eigelb in die wieder leicht abgekühlte Butter und bestreicht den Strudel damit. Bei 180°C muss euer Strudel nun ca. 40 Minuten goldbraun backen und wird am besten warm serviert. Wir empfehlen dazu Puderzucker und einen ordentlichen Klecks Sahne. Guten Appetit!

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