Politisch (r)eingelegt

Zu Beginn der Sommerferien ist die Grillsaison auf dem Höhepunkt und so wie wir hattet ihr sicher auch schon den ein oder anderen Abend mit Freunden oder der Familie vor dem Grillfeuer mit einem schönen Stück Fleisch darauf. Eine schlechte, aber billige und bequeme Angewohnheit ist es sich eine Packung eingelegtes Grillfleisch im Supermarkt zu kaufen. Was die meisten nicht wissen ist, dass beim Marinieren nicht nur das Fleisch angeschmiert wird.Der Kunde soll gezielt nicht wissen, was er da kauft und isst.
Die schwer verdaulichen und oft ignorierten Befürchtungen der Tierschützer wurden wieder einmal bestätigt. Eine Untersuchung von Öko-Test ergab, dass ¾ aller marinierten Schweinenackensteaks zum Ablaufdatum bereits vergammelt waren und entweder resistente Keime oder schockierende Mengen an Antibiotika enthielten. Und dies muss den Herstellern bewusst sein. Warum sonst sollten sie das Fleisch in einer Marinade ertränken, die so voll von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Zucker ist, dass sie nicht nur weit davon entfernt ist geschmackliche Ansprüche zu erfüllen, sondern vorsätzlich jeglichen Zweifel an der Qualität des Produktes im Keim ersticken lassen soll? Denn hinter dem schmierigen Film verbringt sich noch viel mehr: Katastrophale Haltungsbedingungen, Verstümmelung und Kastration der Ferkel ohne Betäubung, unverantwortlicher Gebrauch von Antibiotika und leider wahrscheinlich noch viel mehr. Dies ist ein Spiel mit der Gesundheit der Konsumenten und wenn er das wüsste, würde ihm sein billiges Fleisch im Halse stecken bleiben. Deshalb empfiehlt Öko-Test das Fleisch bei regionalen Metzgern oder von bestimmten Bio-Anbietern zu kaufen und selber zu marinieren. Versucht doch mal unsere würzig-aromatische Kräuter-Biermarinade:

Ihr braucht: (Angaben im Verhältnis zueinander)
• ½ dunkles Bier
• ¼ Öl
• ¼ Ahornsirup
• Saft einer bzw ½ Limette (je nach Geschmack)
• Thymianstängel
• Rosmarinstängel
• Wer mag, etwas brauner Zucker

Füllt alle Zutaten in einen kleinen Topf und kocht sie einmal auf. Nun lasst ihr die Flüssigkeit solange schwach köcheln, bis sie anfängt zähflüssig zu werden. Zwischendurch immer mal wieder umrühren. Dann stellt ihr den Topf an einen kühlen Ort und wartet, bis die auf Zimmertemperatur heruntergekühlt ist. Legt das Fleisch in eine Auflaufform und begießt sie anschließend mit der abgekühlten Flüssigkeit. Nun kommen noch mehr Thymian- und Rosmarinstängel hinzu und die Marinade wird sanft in das Fleisch einmassiert. Nehmt dazu am besten eure Hände und reibt das Fleisch gut mit der Marinade und dem Thymian ein. Nun bedeckt ihr die Form mit Frischhaltefolie und stellt sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank. Je länger das Fleisch ziehen kann, umso besser schmeckt euer Fleisch am Ende. Danach wie gewohnt auf dem Grill zubereiten und erst NACH dem Grillen mit Salz und Pfeffer würzen.
Und nun ist euer Einfallsreichtum gefragt: Variiert doch mal die Kräuter, fügt was hinzu oder lasst was weg; Individualismus siegt!

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