Kultur Essen

DSC_4428Warum essen wir? Der Biologe würde ohne zu Zögern sagen: „Natürlich um unsere Art zu erhalten!“. Der Physiker würde darauf entgegnen: „Im Endeffekt läuft alles darauf hinaus, Masse in Energie umzuwandeln, um diese wiederum in Bewegung umzusetzen“. Ein Nihilist jedoch: „Ja, warum eigentlich?“ Nun bin ich aber weder noch und obwohl ich zugegebenermaßen schon einige Male aus Angst um das nackte Überleben meinen Kalorienhaushalt im Hotel goldene Möwe oder beim Burgermonarch ausgeglichen habe, möchte ich die Sache anders anpacken. Soweit ich das sehe, offenbart sich unsere ganze Persönlichkeit in dem, was wir essen. Man kann ziemlich präzise sehen, wo und in welchen sozialen Bedingungen ein Mensch aufgewachsen ist und welcher Kultur er sich angehörig fühlt. Jeder kennt das Gefühl, dass immer wieder ein Geschmack aus der Kindheit ein ganz besonderes Verlangen hervorruft, egal wie einfach oder unspektakulär das Gericht scheinen mag. Lieblingsessen finden sich oft konstant über mehrere Generationen. Egal, wie viele Küchen wir besuchen, die von Mama wird immer am leckersten riechen. Inspiration für diese Sparte unseres Blogs ist ein Kurs, den ich an der LMU besuche „Eating Culture – The poetics and politics of food“ bei Prof. Dr. Döring. Er behandelt den anthropologischen Teil der Literaturwissenschaft anhand des Beispiels „Essensaufnahme“. Die folgenden Einträge in dieser Spalte sollen das Essen als Spiegel der Kultur zeigen und sowohl zum Nachdenken, als auch zum Nachkochen anregen. Der erste Eintrag widmet sich einem absoluten Klassiker, dem Bacon, Lettuce und Tomato (BLT), zu deutsch: Speck, Salat und Tomate. Ich muss zugeben, die Begeisterung, die die englische Abkürzung hervorruft kommt auf deutsch nicht so rüber. Das liegt wohlmöglich daran, dass dieses Sandwich hierzulande nicht so verbreitet ist. Das sollte man ändern. In England ist es besonders beliebt als Pausenbrot oder als Snack für harte Arbeitstage. Und genau dafür hat der Earl of Sandwich die wunderbaren belegten Brote erfunden, um sie unkompliziert überall konsumieren zu können. Eine Blaupause für Fastfood also. Dieses Sandwich beweist aber, dass Genuss überall statt finden kann und ich kann jedem Studenten oder Kantinengänger nur empfehlen, sich ein BLT zuzubereiten und mitzunehmen. Auf dem nächsten Level erwarten euch dann das „BLAT“(nichts russisches, nur mit Avocado) und das „BELT“ mit Ei. Aber zuerst solltet ihr den Klassiker lieben lernen! Zugegeben, der Speck schmeckt am besten, wenn er frisch ist, und man sollte es am selben morgen noch zubereiten. Aber es lohnt sich, versprochen:

  • 3-4 dünne Scheiben ungeräucherter Speck
  • 1 Blatt Eisbergsalat
  • Mayonnaise (am besten selbstgemacht)
  • 2 dicke Scheiben Weissbrot
  • 2 Scheiben Tomate

1.Heizt einen Ofen auf 180 Grad Umluft (am besten mit Grillstufe) vor und legt den Speck auf ein Backblech mit Alufolie.

  1. Den Speck dann ab in die höchste Schiene.
  2. Nach ungefähr 6-8 Minuten wenden. Bis zur absoluten Knusprigkeit im Ofen lassen.
  3. Weissbrot toasten, bis die Scheiben gerade schön knusprig sind.
  4. Die Brote mit Mayonnaise bestreichen (je nach Vorliebe)
  5. Eine Hälfte des Brotes mit Salat belegen
  6. Der Speck sollte die absolute Knusprigkeit erlangt haben. (Aber nicht zu viel sonst bröselts!)
  7. Den Speck kurz auf Küchenpapier legen, das entzieht das Fett und sorgt für noch mehr Knusprigkeit.
  8. Auf den Salat die Tomate legen
  9. Den Speck auf die Tomaten legen und das Sandwich zuklappen

TIPP: Das Toastbrot durch Sonnenblumenkernbrot oder Vollkornbrot ersetzen

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