Datschige Angelegenheit

Es geht heiß her im Münchner Umland. Und das liegt nicht etwa an klimawandelbedingten Extremwetterereignissen oder politischen Debatten über weibliche Körperteile, sondern etwas bodenständiger – aber nicht minder wichtig – am Teig für den Zwetschgendatschi.

Kenner dieses Blogs werden beim Stichwort „Teig“ nun wissend nicken, denn nichts ist anspruchsvoller als die Basics, egal ob Spätzle-, Cookie- oder Hefeteig. Beim Zwetschgendatschi fängt es aber nochmal weiter vorne an, nämlich bei der Wahl des richtigen Teigs. Preußen wollen uns immer wieder einreden, dass man einen Zwetschgenkuchen mit Mürbeteig zubereitet. Am Ende behaupten sie auch noch, man könne Weißwürste nach 12 Uhr essen! Lasst euch da auf keine falsche Fährte führen, Freunde des teigigen Genusses. Denn ein Zwetschgendatschi ist nur echt mit einem hefegewordenen Traum aus fluffig-flaumiger Unterlage, saftig-süßen Zwetschgen und buttrig-knuspriger Glückseligkeit als Topping.

Für ein Blech vom Glück braucht ihr:

  • 450g Mehl (gerne Dinkel)
  • 75g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Hefewürfel
  • 220ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 80g Butter
  • 1Msp. Vanillemark, alternativ etwas Zucker durch Vanillezucker ersetzen
  • 1.2kg frische Zwetschgen
  • Etwas Zimt

Und für die Streusel:

  • 300g Mehl
  • 200g Zucker
  • 200g kalte Butter
  • 1 TL Zimt

Zuerst erwärmt ihr die Milch mit dem Zucker, bis sie lauwarm ist. Es darf wirklich nur lau sein, sonst mag die Hefe nicht mehr. Bröselt nun die Hefe hinein und gebt noch 5 EL Mehl oben drauf. Gut verrührt ist das euer Vorteig, der kurz zugedeckt ruhen darf, bis er Blasen schlägt.

Währenddessen kommt der Rest vom Mehl zusammen mit dem Salz, der Vanille, der geschmolzenen Butter und dem Ei in eine Rührschüssel. Zusammen mit dem Vorteig wird daraus ein geschmeidiger Hefeteig geknetet. Lasst den Teig lieber etwas länger kneten, damit er auch schön fluffig aufgeht. 5 – 10 Minuten dürfen es schon sein. Danach darf der vollständige Teig zugedeckt an einem warmen Ort ruhen (damit er nicht austrocknet lege ich zuerst eine Frischhaltefolie über die Schüssel und darauf dann ein Geschirrtuch), bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Pi x Daumen dauert das ungefähr eine Stunde.

Also habt ihr nun genügend Zeit, um euch um die frechen Früchtchen zu kümmern. Die Zwetschgen werden gewaschen, halbiert und entsteint. Jetzt dürfte es auch schon an der Zeit sein den Ofen vorzuheizen: Nämlich auf 180-190 Grad Ober-/Unterhitze. Ihr kennt euren Ofen. Wird er eher heißer und alles etwas schneller braun, dann nehmt lieber die 180 Grad, ansonsten sind 190 Grad perfekt.

Höchste Zeit sich um die Streusel zu kümmern! Die Butter muss wirklich kalt sein, sonst werden es keine Brösel, sondern Matschebrei. Nehmt also erst jetzt eure Butter aus dem Kühlschrank, schneidet sie in Würfel und gebt sie zusammen mit dem Mehl, dem Zucker und dem Zimt in eine Schüssel. Die Brösel müssen im letzten Schritt mit der Hand geknetet werden, damit sie ihre typische Streuselform erhalten, aber den Anfang kann ruhig die Maschine übernehmen.

Alles vorbereitet? Dann geht es jetzt ans Zusammenbasteln: Legt ein tiefes Backblech (normalerweise hat man als Ofenzubehör ein eher flacheres und ein eher tieferes Blech) mit Backpapier aus und buttert die unbedeckten Ränder ein. Nun weckt ihr den Hefeteig aus seinem Winterschlaf und rollt ihn in Backblechgröße auf einer bemehlten Fläche aus. Weil ich immer die Krise kriege, wenn der Teig dann beim hochheben reißt, rolle ich ihn gleich auf dem Blech. Das knappt aber aufgrund der Nudelholzhöhe nicht so optimal, also drücke ich ihn eher mit leicht bemehlten Fingern in Form. Er soll gerade so das Blech ausfüllen, aber um Himmels Willen nicht zu dünn sein. Die Zwetschgen sollen es ja gemütlich haben. Legt nun die Zwetschgenhälften eng mit der Innenseite nach oben auf den Teig und bestreut sie mit etwas Zimt. Zum Schluss bröselt ihr noch die Streusel locker und in eurer individuell gewünschten Größe über die Zwetschgen und dann ab damit in den Ofen.

Auf der mittleren Schiene bräunt euer Datschi nun für ca. 35-40 Minuten vor sich hin. Habt auch da ein Auge drauf wie sich die Farbe entwickelt. Der Teig muss durch sein, aber sollte nicht trocken werden. Ihr macht das schon.

Ist die Zeit abgelaufen, lasst ihr den Teig im Blech abkühlen, bis er lauwarm ist und dann steht einem gepflegten Datschi-Gelage nichts mehr im Wege!

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